Freitag, 11. Januar 2019

Mallorca Tour 3


23.10.2018

Etappe: Mirador de ses Barques - Cala sa Calobra


Länge: 19,6 km
Wanderzeit: 07:00 Stunden
Höhenmeter: ↥ 654 Meter  1013 Meter  


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Wir starten auf einem Parkplatz gegenüber eines kleinen Restaurants mitten im Nirgendwo der bewaldeten Berge. Unsere Tour führt uns heute entlang der Küstenlinie nach Norden. Nachdem wir die ersten Höhenmeter hinter uns haben, ist Port de Soller im Morgendunst weit unter uns zu erkennen. Wir laufen über Schotterstraßen durch schier endlos erscheinende Oliven- und Orangenplantagen, die sich in Terrassen über die Berghänge erstrecken. Auch hier haben die Olivenbäume wieder skurrilste Formen angenommen, die eher an einen grimmig blickenden Stier erinnen, als an einen Baum. Wir erreichen eine kleine Finca die mit frisch gepresstem Orangensaft,  Kaffeespezialitäten und einer Toilette lockt. So bleibt gar keine Wahl, als hier eine Rast einzulegen! Gut ausgeruht geht es auch schon bald steil den nächsten Berg hinauf und der Schweiß beginnt zu laufen. Nach ca 1,5 Stunden machen wir einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt und beschließen, bei der grandiosen Aussicht auf die Küste Mittagspause zu machen. Der Track hat uns wieder ganz dicht an die Steilküste geführt, von wo wir einen Katamaran, ein Ausflugsschiff, beobachten können. Mit so einem Schiff wollen wir am Ende der Tour zurück nach Port de Soller fahren. Nächster Stopp ist die Cala Tuent. Das klare flache Wasser lädt gerade dazu ein, wenigstens die Füße einmal ins Mittelmeer zu halten. Wir verlassen die Bucht über eine asphaltierte Straße die uns die nächste Stunde den Berg hinauf führen wird. Oben angekommen geht es durch ein kleines Tor neben einer Kapelle auf einen schmalen Pfad, der uns sofort wieder bergab führt. Was allerdings noch viel gemeiner ist, ist dass der Pfad links und rechts mit dornigen Ranken bewachsen ist und man verdammt aufpassen muss, um sich nicht Beine und Arme zu zerkratzen. Noch voll auf den Pfad konzentriert stehen wir auch schon vor dem Ortseingang von Port de sa Calobra und unser Ziel die Cala de sa Calobra liegt nur noch 500 Meter entfernt. Die kleine Kiesbucht liegt von steilansteigenden Felsen begrenzt, am Eingang zur Schlucht Torrent de Pareis. Jetzt steht nur noch die Rückfahrt mit dem Schiff nach Port de Soler an, doch zu unserer Überraschung fällt das Schiff im Hafen einiges kleiner aus, als das, dass wir heute beobachtet haben. Wie eine Nussschale dümpelt es im,  durch starken Wind aufgepeitschtem, Wasser rauf und runter und die Fahrt soll für den einen oder anderen unserer Gruppe kein Vergnügen werden.

         
         
         
         
         
          
         
          



Mittwoch, 2. Januar 2019

Mallorca Tour 2


22.10.2018

Etappe: Port de Soller - Cala Deja


Länge: 15,8 km
Wanderzeit: 06:54 Stunden
Höhenmeter: 582 Meter  590 Meter  


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Unsere zweite Tour startet wieder bei wunderbarem Wanderwetter in Port de Soller.
Vom Parkplatz aus geht es erst einige hundert Meter an der Strandpromenade entlang, bis eine Straße schließlich steil bergauf zu einem der beiden Leuchttürme, die die Hafeneinfahrt markieren, führt. Hier oben hat man noch einmal einen sagenhaften Blick über das natürliche Hafenbecken, das durch steile Felswände eingefasst wird. Schon die Römer haben diesen Hafen genutzt, wie unser Erklärbär Jörn zu berichten weiß. Hier oben treffen wir wieder auf den GR 221, welchem wir aber nicht folgen. Wir wählen einen Weg der weitesgehend parallel zum GR 221 verläuft, aber außerhalb des Waldes und viel näher an der Steilküste entlang führt. Dadurch haben wir einen viel besseren Blick auf die Klippen und die See. Die Kombination aus Fels und Meer ist einfach faszinierend und so laufen wir Stunde um Stunde an der Küste entlang und können uns kaum satt sehen. Die Mittagszeit ist schon vorbei, als wir die Finca Son Mico erreichen, der Tipp für hausgemachte Tarts. Hier rasten wir und schlagen uns den Bauch mit den süßen Leckereien voll. Von nun an führt uns der Weg immer weiter bergab, bis wir bald Meereshöhe erreicht haben. Es geht stetig rauf und runter durch lichten Pinienwald, das Tosen des Meeres immer im rechten Ohr. Und dann taucht sie irgendwann auf, die Cala Deja. Doch zu Jörns Enttäuschung, er wollte hier eigentlich baden, ist der Wind so stark und steht zudem so ungünstig, dass die See in der Bucht zu aufgewühlt ist. Das Wasser ist schwarz und riecht richtig brackig. Doch so sind wir eher in unserer Finca, Jörn kann in den Pool hüpfen und anschließend lassen wir uns von unserem "Grillmeister" verwöhnen.


        
        
       
        

Donnerstag, 22. November 2018

Mallorca Tour 1


21.10.2018

Etappe: Vom Kloster Lluc um den Puig Roi


Länge: 22,3 km
Wanderzeit: 09:20 Stunden
Höhenmeter: 574 Meter  581 Meter  


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Wir stehen auf dem Parkplatz des Kloster Lluc, es ist kurz vor neun und unsere Blicke schweifen über die umliegenden Berge. Gleich soll unsere erste Tour, das erste Abenteuer auf der Insel beginnen. Aber eigentlich ist es nur ein weiteres Abenteuer, das ich seit unserem Aufbruch gestern Morgen erlebe.
Es ist weit mehr als zehn Jahre her, das ich das letzte Mal geflogen bin und schon gar nicht zivil, da hat sich einiges geändert. Dann Leihwagenübernahme und die Fahrt von Palma in den Nordwesten zu unserer Finca, der Bezug des Hauses und der anschließende Wocheneinkauf für sechs Personen im Supermarkt. Wir sechs, sind im übrigen meine Frau Heike und zwei befreundete, ebenso wander-begeisterte Paare.
Jetzt geht es also los! Nach einigen hundert Metern entlang des Klosters, führt uns ein Wanderweg über die ersten Anhöhen. Wenig später werden die Wege breiter und wir durchqueren auf den nächsten Kilometern eine riesige Olivenplantage. Immer wieder passieren wir offene Tore , die Sonntags extra für die Touristen geöffnet werden, damit die Plantage durchwandert werden kann. 
Alle, bis auf eines! Flankiert von einer Mauer mit aufgesetztem Drahtzaun. Überklettern ist hier nicht möglich, aber zum Glück gibt es einen Regenwasserdurchlass. Also Rucksack ab und durch.
Nachdem wir in einiger Entfernung die Finca der Plantagenbesitzer passiert haben, geht es jetzt auf schmalen, aber guten Wegen den Berg hinauf. Irgendjemand aus der Gruppe entdeckt die ersten Geier die über uns kreisen und kurz darauf stolpere ich über die Reste einer ihrer früheren Mahlzeit. 
Mallorca ist die einzige Insel im Mittelmeerraum, auf der noch Mönchsgeier in freier Wildbahn leben.
Nach weiteren Kilometern im und um den Berg erreichen wir die Küstenlinie und können von hier oben noch kurz den ersten atemberaubenden Blick auf das Meer erhaschen. Dann sind wir auf einmal in dicke Wolken eingehüllt. Doch so schnell wie der Spuk begonnen hat, ist er auch wieder vorbei. 
Die Sicht auf das Meer ist von nun an ungetrübt, der Weg wird allerdings zur "Tortur".
Der Pfad zieht sich entlang der Bergflanke durch Mannhohes "Pampasgras", welches den Weg überwuchert und die darunter liegenden Felsen und Wurzeln versteckt. Man muss mit seinen Trekkingstöcken bei jedem Schritt das Gras zur Seite schieben, um zu sehen wo man hintritt. Dann kommen auch noch die fiesen Rosmarinbüsche und anderes trockenes Gebüsch dazu, das begierig versucht die blanken Beine zu zerkratzen. Erschwerend kommt hinzu, dass es hier keine Premiumbeschilderung gibt. Der Weg wird durch Steinhäufchen gekennzeichnet, welche nicht immer leicht zu entdecken sind und  daher die ein oder andere Wegvariante erklettert werden muss.
Aber auch diese Passage ist irgendwann durchgestanden und es geht wieder auf die Plantage. 
Beschattet durch die oft skurrile Formen annehmenden Olivenbäume, schrauben wir uns in Serpentinen den Berg zum Kloster Lluc nach oben. 
Im Restaurantbereich lassen wir uns erschöpft in die Stühle fallen und genießen die gekühlten Getränke.