Donnerstag, 5. Januar 2017

Garmisch-Partenkirchen - Auf den Wank



05.10.2016

Garmisch-Partenkirchen

Auf den Wank
Länge:   10,7 Km
Wanderzeit: 05:00 Stunden
Höhenmeter: 1167 Meter

Obwohl es heute eigentlich nur locker bewölkt sein sollte, ist wieder nur eine graue Masse am Himmel zu sehen. Unser Hotelchef ist sehr zuversichtlich und fest davon überzeugt, dass es am Mittag aufklaren und der Nachmittag sehr schön werden wird. Der muss es ja wissen, schließlich ist er „Eingeborener“ und lebt hier!
So verwerfen wir unseren Plan  mit der Seilbahn auf den Wank zu fahren und wieder runter zu laufen. Wir werden nun hochlaufen, ist auch besser für die Knie, eine wunderbare Aussicht haben, weil es ja aufklart, und mit der Bahn wieder runterfahren. Das aber ein Plan nur solange funktioniert, bis man beginnt ihn umzusetzen, sollte sich auch hier wieder bewahrheiten. Also fahren wir mit dem Bus zur Talstation der Wank-Bahn und tauchen schon bald unterhalb des ersten Stützpfeilers auf einem schmalen Pfad bergan in den Wald ein. Nach ein paar hundert Metern treffen wir auf die asphaltierte Zufahrtstraße von St. Anton, einer Wallfahrtskirche. Wir folgen der Straße bis kurz vor der Kirche und zweigen dann endgültig auf unseren Track in den Wald ab. Hier ist es schon viel besser, immer wieder taucht schroffer Fels zwischen den Bäumen auf, Bäche und Brücken, sogar Hängebrücken kreuzen unseren Weg. Nachdem wir einige lautstarke Wandergruppen hinter uns gelassen haben, sind wir und der Wald endlich allein. Doch das soll nicht lange so bleiben, unser Weg ist inzwischen zu einem geschotterten Forstweg geworden und von hinten hören wir einen Traktor, der sich den Berg herauf quält. Als dieser uns überholt, hat der Fahrer nur einen leeren Blick für uns übrig und ein komisches  Bauchgefühl macht sich bei mir bemerkbar. Es geht in Serpentinen weiter bergauf und nach einiger Zeit ist das Motorengeräusch nicht mehr zu hören. Ich erschrecke ziemlich, als nach der nächsten Kurve der Traktor am Wegrand geparkt erscheint, sein Fahrer an ihn gelehnt den Berg hinauf schaut und uns mit zu offensichtlichem Desinteresse begegnet. Mich überkommt ein ungutes Gefühl, vielleicht ist es nichts, oder man ist durch Film und Fernsehen schon so voreingenommen, das einem Titel wie „Die Toten vom Wank“ in den Sinn kommen. Ich versuche nun Heike zu animieren etwas schneller zu gehen, um so die Distanz zwischen ihm und uns zu vergrößern. Ich sage meiner Frau natürlich nichts von  meinen Gedanken. Ich will sie nicht beunruhigen, aber ja auch nicht wie der letzte Idiot erscheinen. Der Weg führt in einer langen Kehre erst bergab, dann wieder bergauf und wir können bald auf seinen Standort herunter schauen. Dann setzt der Traktor sich wieder in Bewegung! Glücklicherweise ist es nicht weit bis unser Track den Forstweg verlässt, nur noch ein schmalerer Pfad den Berg hinauf führt und dort sogar wieder Menschen zu sehen sind. Mein Bauch beruhigt sich. Es geht weiter hinauf. Wolken und Nebel denken gar nicht daran sich zu verziehen. Und dann, auf einmal, das kehlige Röhren eines Hirsches. So etwas haben wir in  live noch nie gehört! Wir rechnen damit, dass das Tier hinter der nächsten, aber bestimmt hinter der übernächsten Wegbiegung vor uns steht. Soviel Glück haben wir dann doch nicht. Dafür stehen wir schon bald mitten im verwunschenen Märchenwald. Die Wolken ziehen quasi mitten durch den Wald, es beginnt etwas zu regnen. Verbunden mit der absoluten Stille die nun herrscht, überkommt einen ein Gefühl der totalen Entspannung! Der Wald lichtet sich ein wenig, schroffer Fels taucht wieder auf und sogar die Wolken machen etwas Platz, damit wir einen Augenblick  lang die umliegenden Gipfel betrachten können. Selbst einen Blick auf den Geroldsee können wir erhaschen. Als wir die 1400 Meter Marke überschreiten wird es merklich kühler und ein Blick auf das GPS verrät uns, dass es gerade noch 3° Celsius sind. Nach kurzer Zeit ist ein rieselndes Geräusch über uns in den Baumkronen zu hören und auf einem freieren Stück Weg stellen wir fest, dass wir in einen Schneegraupelschauer geraten sind. Der Boden und der Fels werden zunehmend rutschiger und erneut steigt Beunruhigung in mir auf. Hätten wir eine dickere Unterziehjacke in den Rucksack packen sollen? Hätten wir vor einer Stunde, als es etwas geregnet hat abrechen sollen? Jetzt ist abrechen allerdings keine Option mehr! Runter ist es viel zu steil und glitschig, außerdem viel zu weit. Somit bleibt nur, konzentriert auf seine Schritte zu achten und zu hoffen, dass der Graupel nicht anhält oder schlimmer wird. Doch wir haben Glück und nach einer guten Stunde kommen wir auf dem Plateau an, sogar die Wolken sind kurz gnädig und lassen die Sonne einen Augenblick scheinen. Auf breiten Spazierwegen geht es nun zur Station der Wank-Bahn. Bevor wir  wieder herunter fahren,  werden wir uns hier erst einmal aufwärmen und eine anständige Jause machen!!.

 









 


 









 




 



 








 
 







 




 




 









 

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